JELEM ROMALE IN CONCERT
Datum: Dienstag, 16.März. @ 10:28:10 CET
Thema: Ahrtal News



Foto: Gerd Weigl

Wenn die russische Zigeunerseele jubiliert und trauert

„Jelem Romale“ begeisterte beim Konzert im Autohaus


Bad Neuenahr-Ahrweiler. GW. Eine gelungene Premiere erlebten 200 Zuhörer beim Konzert des Musikquartetts „Jelem Romale“ im Autohaus Vornberger in Bad Neuenahr. Bedenken über eine von Metallwänden gestörte Akustik zerstreuten die quirligen Musikern mit überzeugenden instrumentalen und gesanglichen Leistungen. Claudia Bernards (Gesang), Sabina Danilov (Geige, Gesang), Georg Kremel (Gitarre, Gesang), und Vladimir Belau (Gitarre, Gesang) präsentierten russische Zigeunermusik in ihrer ganzen Bandbreite zwischen tiefgründiger Wehmut und überschäumender Lebensfreunde. Die teils wilde, mit souverän beschleunigtem Tempi gespielt, teils elegische Nomadenmusik wurde von „Jelem Romale“ unglaublich authentisch und dicht vorgetragen und glänzte mit vitaler Musikkultur.....
 

Ob in vor sprudelnder Lebensfreude sprühendem „Lumba“ oder im getragenen, in tiefe Melancholie getränktem „Jegoruschka“ das Qartettt brillierte mit gut abgestimmten, mehrstimmigen Gesang genauso wie mit instrumentalem Können, das die klassische Ausbildung der Musiker auf angenehme Weise zur Geltung brachte. „Jelem Romale“ verstand es zwischen dem schwungvoll dynamischen Tanz der Emotionen und den ruhig und getragenen Lieder über sanfte Romanzen und Lebensleid nie in Kitsch oder falschem Weltschmerz zu versinken. Als Virtuosin auf ihrem Instrument erwies sich Sabina Danilov, die in Zupf- und Streichtechnik ihre Geige je nach Stimmung des Liedes mal schluchzend und jubilierend erklingen ließ. Die aus dem Ahrtal stammende Sängerin Claudia Bernards fügte sich mit ihrer ausdrucksvollen und intonationssicheren Stimme in das Spiel ihrer aus Russland stammenden Mitspieler ohne Nahtstellen ein. Beeindruckend auch der synchrone Flüstergesang der beiden Sängerinnen im Hintergrund der meist traditionellen russischen Lieder, die teils von der Gruppe selbst arrangiert wurden, teils aber auch von der berühmten russischen Zigeunergruppe „Loyko“ bearbeitet wurden. In den Liedertexten, die teils in russischer Sprache teils in der Zigeunersprache „Romanes“ geschrieben sind, werden viele Natursymboliken verwendet, die Kraft des Windes und die Schönheit der Blumen als Synonym für die Willensstärke der Männer und die Anmut der Frauen eines Volkes, das in der Natur die Reinheit und Freiheit des Lebens sucht.“ Weck mich erst aus meiner Jugend auf, wenn die Zigeunersonne aufgeht. Dann werden die Zigeuner glücklich sein.“ Mit einem ironischem Augenzwinkern brachte das Quartett ein Dankeschön-Ständchen in deutscher Sprache für den Hausherrn: „Ein schöner Automobil“. Der mit dem gelungenen Konzertabend zufriedene Vornberger-Geschäftsführer Eric Fuchs plant aufgrund des Erfolges weitere Veranstaltungen im Rahmen von „Kultur im Autohaus“. „Jelem Romale“ hat seinen nächsten Auftritt in der Ahrregion am 23. Mai im Weinhaus Riske in Dernau.

 Dieser Artikel kommt von Ahrtal-Szene
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