G E S C H I C H T E

 


Zum Namen der Band

“JELEM“ bedeutet in der Romasprache soviel wie "Gehen" oder   "Reisen". “ROMALE“ steht für Roma, die internationale Selbstbezeichnung aller "Zigeuner".

Hintergründe zur Band

Bis heute, durch alle Epochen hindurch , bewahrte man sich in Russland eine tiefe Zuneigung zu den Zigeunern wie zu einem Volk, das Sinnbild für Feste und Lebensfreude ist. Auf besonders fabelhafte Weise feierte man immer das Zusammentreffen zweier Zigeunergruppen an einer Wegkreuzung. Die Zigeuner tranken, amüsierten sich und wünschten sich gegenseitig   Glück und Wohlergehen. Wie von selbst erklang dann der Gesang, meistens begonnen von einer Frauenstimme, in die dann nacheinander andere Stimmen mit einfielen.

“JELEM ROMALE“ sieht in dieser Begegnung an einer Wegkreuzung eine Parabel für ihr eigenes musikalisches Zusammentreffen. Die Sängerin Claudia Bernads aus Bonn, die Geigerin Sabina Danilov aus Aserbaidschan und die beiden Gitarristen Vladimir Belau aus Kasachstan und Georg Kremel aus Irkutsk verbindet die   Liebe zur russischen Zigeunermusik. Das Quartett interpretiert diese Musik mit zwei Gitarren, einer Geige und mehrstimmigem Gesang. Die Texte der russischen Zigeunerlieder werden zum Teil in russischer aber auch in der Zigeunersprache “Romanes“, deren Wurzeln ins indische Sanskrit reichen, gesungen.

Ihre Lieder ziehen sich durch alle Themen: Liebe, Trauer, Familiengeschichten und natürlich die Freiheit.

Mit der Romamusik präsentiert "JELEM ROMALE" das Reine, das Melancholische sowie auch das Feurig-schnelle   der russischen Zigeunerseele.

Ursprung   und Geschichte der Musik

Eine Sage erzählt, dass die Zigeuner lange Zeit Vögel gewesen seien. Heute sind sie Menschen vom Körper her, aber Vögel in ihrer Seele, die für immer das Fliegen verlernt haben. In der Hoffnung, das Fliegen wieder zu erlernen, folgen sie laut der Sage einer kleinen roten Feder über den ganzen Erdball.

Bereits im 15. Jahrhundert gab es einen Erlass, der den Umgang mit den in Russland lebenden Zigeunern regelte. Im Gegensatz zu allen anderen europäischen Staaten sind die Zigeuner in Russland niemals verjagt und verfolgt worden.

Man versuchte sie aber bis weit in das 20. Jahrhundert von der Nomadenexistenz zu einem sesshaften Arbeitsleben zu führen.   Dieser Versuch blieb jedoch erfolglos, denn mit Anbruch des Frühlings verließen die Zigeuner ihre Häuser und zogen fort, um weiter ihr Nomadenleben zu leben. Sie zogen von Dorf zu Dorf und mieden die großen Städte und drangen so allmählich bis nach Sibirien vor.

Fühlte sich die einfache russische Bevölkerung schon immer eher hingezogen zu den ungebundenen, bunten Zigeunerstämmen, die seit ewigen Zeiten durch Russland zogen, so erlebten die Zigeuner im 18. Jahrhundert sogar eine richtige Welle der Verklärung und Verehrung.

Der russischer Graf Orloff, brachte 1774 einen Stamm musizierender Zigeuner an den Hof Zarin Katharinas II. Damit löste er eine Mode ungeahnten Ausmaßes aus. Es gab keine beliebtere Musik mehr als die der Zigeuner, Trachten und Sitten wurden nachgeahmt; sie hielten Einzug in Musik, Literatur und Malerei.

Leo Nikolajevitsch Tolstoi schrieb: „Die Zigeuner sind zum Bindeglied geworden zwischen Volksmusik und klassischer Musik“

Während der Zigeunereinfluss in der klassischen russischen Musik durchaus bekannt ist, haben über die starke Prägung der russischen Folklore , ja selbst der Soldaten- und Partisanenlieder, in dieser Zeit wohl nur Musikethnologen Bescheid gewusst. Als nach dem 2. Weltkrieg Stalins Kulturoffiziere den besetzten deutschen Osten mit russischem Liedgut kulturell zu gewinnen suchten, ahnten sie sicher nicht, dass diese Folkloredarbietungen eher eine Hommage an die russischen Zigeuner darstellten. 

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